Kunsthaus Zürich formuliert ein künstlerisches Plädoyer zum Schutz der Erde 

EARTH BEATS. NATURBILD IM WANDEL

Mit der Ausstellung «Earth Beats» (9.10.21–6.2.22) und der ihr vorgelagerten Veranstaltungsreihe «Earth Talks» (19.8.–23.9.21) greift das Kunsthaus Zürich die Debatte um den Klimawandel auf. Historisch und gegenwartsbezogen, mit Kunst vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, zeigt die Ausstellung, wie die Natur und die von Menschen vorgenommenen Eingriffe darin Künstlerinnen und Künstler zum Schaffen antreiben.

 

Zukunftsweisend und interdisziplir sind die «Earth Talks» angelegt. Highlights unter den Begleitveranstaltungen sind die rcher Premiere des Dokumentarfilms «The Great Green Wall» coproduziert von und mit Claude Grunitzky, dem in Togo geborenen Medienaktivist, das Gespräch mit der norwegischen Bestsellerautorin Maja Lunde, die von der Arbeit an ihrer Romanserie «Das Klima-Quartett» berichtet, und ein Podium über nachhaltige Produktions- und Lebensweise mit Kilian Wiget, dem Gründer eines innovativen Streetware-Labels.

 

 

 

«Earth Beats» ist ein künstlerisches Plädoyer zum Schutz der Erde und ihrer natürlichen Ressourcen, erwachsen aus der Dringlichkeit der Gegenwart. Die Natur ist über die Landschaftsmalerei fest in der Kunstgeschichte verankert. hrend wir ihr in Werken vergangener Jahrhunderte weitgehend als idyllische Szenerie begegnen, tritt sie seit den 1970er-Jahren immer deutlicher als durch Menschenhand bedrohte und gleichzeitig schützenswerte Instanz auf.

 

Was sehen wir im Gemälde einer Moorlandschaft von Robert Zünd, was er nicht sah? Und schätzen wir auch den dokumentarischen Wert einer farbigen Gletschermalerei aus der Zeit vor der Fotografie? Die Ausstellung zeichnet die künstlerische Auseinandersetzung mit dem «Blauen Planeten» und seiner Verletzlichkeit nach. Die ideengeschichtliche Entwicklung spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie zukunftsorientierte Szenarien der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen. Die rund 120 Werke sind von Joseph Beuys, Ursula Biemann, Nomin Bold, Laurence Bonvin, Herbert Brandl, Julian Charrière, Anna Jermolaewa, Ruth Kaaserer, Armin Linke und Giulia Bruno, Ana Mendieta, Uriel Orlow/Mikhail Karikis, Katie Paterson, Oliver Ressler, Félix Vallotton u. a.

 

Die Kuratorinnen Sandra Gianfreda und Cathérine Hug haben Werke aus der Kunsthaus-Sammlung und Leihgaben, ausgehend von den Elementen Erde, Luft, Wasser und Feuer, in einem assoziativen Parcours versammelt, der sich nicht auf den Chipperfield-Bau des Kunsthauses beschränkt, sondern über die von Olafur Eliasson mit Kunst gestaltete Passage und den «Olivestone» von Joseph Beuys im Müller-Bau bis ins Herz des Moser-Baus führt und in einem «Gletscherraum» endet.

 

Foto: Beate Obermann, alle Rechte
Foto: Pinakothek der Moderne
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