Industrie setzt auf Fraunhofer Expertise

Finanzvolumen der Fraunhofer-Gesellschaft 2008 – 2012.© Fraunhofer

 

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist auch im Jahr 2012 weiter gewachsen. Das Finanzvolumen hat sich um vier Prozent auf insgesamt 1,9 Milliarden Euro erhöht. Besonders stark sind die Erträge aus Forschungsprojekten mit Auftraggebern aus der Privatwirtschaft gestiegen: Fraunhofer erhöhte sie um zwölf Prozent auf 453 Mio Euro.


»Die Fraunhofer-Gesellschaft setzt das kontinuierliche Wachstum der vergangenen Jahre fort. Im Jahr 2012 stieg das Finanzvolumen von 1,849 auf 1,926 Milliarden Euro«, fasst Professor Reimund Neugebauer, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2012 zusammen. Das Finanzvolumen setzt sich aus den Haushalten der Vertrags- und der Verteidigungsforschung sowie den Ausbauinvestitionen zusammen. Die Vertragsforschung  wuchs um sieben Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. In der Verteidigungsforschung lag der laufende Haushalt bei 113 Mio Euro. Trotz des Auslaufens von staatlichen Konjunkturprogrammen erreichten die Ausbauinvestitionen mit 199 Mio Euro erneut ein hohes Niveau.


Die Vertragsforschung bildet den Kernbereich von Fraunhofer. Die Finanzierung des laufenden Haushalts erfolgt aus Grund-finanzierungsmitteln und Projekterträgen. Im Jahr 2012 betrug der laufende Haushalt hier 1,6 Milliarden Euro. »Etwa 70 Prozent davon erwirtschaftet die Fraunhofer-Gesellschaft durch Aufträge von Industrieunternehmen und durch öffentlich finanzierte Forschungsprojekte. Im Jahr 2012 konnte Fraunhofer die Projekterträge um drei Prozent auf 1,137 Milliarden Euro steigern«, erläutert Finanzvorstand Professor Alfred Gossner. Etwa 30 Prozent werden als staatliche Grundfinanzierungsmittel bereitgestellt. Sie ermöglichen die Vorlaufforschung.


Mehr Erträge aus der Wirtschaft


Stark gestiegen sind vor allem die Wirtschaftserträge. Einschließlich Lizenzerträgen erhöhten sie sich um sieben Prozent auf insgesamt 570 Mio Euro. Die Erträge aus Forschungsprojekten mit Auftraggebern aus der Privatwirtschaft haben einen neuen Höchststand erreicht haben. Sie stiegen von 406 auf 453 Mio Euro.


Die Erträge aus Projekten mit Bund und Ländern sanken 2012 um sechs Prozent auf 382 Mio. Der Rückgang konnte jedoch durch den hohen Zuwachs der Erträge aus Projekten mit der Europäischen Kommission, die um 24 Prozent auf 88 Mio Euro anstiegen, kompensiert werden.


Im Leistungsbereich Verteidigungsforschung sind die Kompetenzen der sieben im Forschungsgebiet Verteidigung und Sicherheit tätigen Fraunhofer-Institute zusammengefasst. Ziel der Verteidigungs- und Sicherheitsforschung ist es, Menschen und Umwelt so gut wie möglich vor Bedrohungen zu schützen. Der Haushalt der Verteidigungsforschung stieg um 15 Prozent auf 113 Mio Euro.


Im Jahr 2012 investierte Fraunhofer 199 Mio Euro in die Infrastruktur ihrer Forschungseinrichtungen. Gegenüber dem hohen Vorjahresvolumen von 236 Mio Euro sind die Ausbauinvestitionen damit zwar gesunken. Jedoch relativiert sich dieser Rückgang, wenn man berücksichtigt, dass 2011 letztmalig Fördermittel aus den Konjunkturprogrammen von Bund und Ländern zur Verfügung standen.


Mehr als 1700 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt


Ende 2012 waren erstmals mehr als 22 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Fraunhofer beschäftigt. Insgesamt arbeiteten damit über 1700 Beschäftigte mehr für die Forschungsorganisation als im Jahr 2011. Fraunhofer zählt zu den beliebtesten Arbeitgebern in Deutschland. Im Randstad Award 2012 erreicht die Forschungsorganisation den 1. Platz als attraktivster Arbeitgeber unter den 150 größten deutschen Unternehmen, gemessen nach Mitarbeiterzahl.


Patente und Ausgründungen


Die Fraunhofer-Gesellschaft gehört zu den aktivsten und wichtigsten Patentanmeldern in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden aus ihren Forschungseinrichtungen 696 neue Erfindungen gemeldet, von denen 499 – also mehr als 70 Prozent – zu einer neuen Patentanmeldung führten. Im Schnitt meldet Fraunhofer pro Werktag zwei Patente an. Der Bestand an aktiven Patenten und Gebrauchsmustern sowie laufenden Patent-anmeldungen erhöhte sich zum Jahresende 2012 auf 6103 aktive Erfindungsfälle. Die Zahl der abgeschlossenen Verwertungsverträge stieg von 2841 im Vorjahr auf 3167 aktive Verträge. Mit Lizenzen wurden 117 Mio Euro erwirtschaftet.


Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Verwertungsaktivitäten sind Ausgründungen. Im Geschäftsjahr 2012 unterstützte Fraunhofer 33 neue Ausgründungsprojekte; zehn Unternehmen wurden aus der Fraunhofer-Gesellschaft heraus gegründet.


Erträge in Europa deutlich gestiegen


Die Globalisierung der Wirtschaft und Wissenschaft erfordert eine strategische Internationalisierung der Fraunhofer-Gesellschaft, um das jeweils beste Wissen für ein innovatives Deutschland zu erschließen. Im Jahr 2012 erwirtschaftete Fraunhofer mit internationalen Partnern Projekterträge in Höhe von 233 Mio € (ohne Lizenzerträge). Insbesondere in Europa war Fraunhofer erfolgreich: Die Erträge stiegen um 19 Prozent auf 172 Mio Euro. Mit verschiedenen Auftraggebern im europäischen Ausland wurden 84 Mio Euro umgesetzt. Die Erträge aus der von der EU-Kommission geförderten Verbundforschung erhöhten sich um 24 Prozent auf 88 Mio Euro. Auch die Erträge aus Asien konnte Fraunhofer deutlich steigern. Sie wurden um 34 Prozent auf 24 Mio Euro erhöht.


Forschung und Technik sind wesentliche Voraussetzungen von Innovation, wirtschaftlicher Stärke und gesellschaftlichem Wohlstand. Die Fraunhofer-Gesellschaft will auch künftig durch ihre Arbeit dazu beitragen, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern.



Fritz Gerlich
Anne-Mary Deutsch, Künstlerin aus Freiburg lebt auf dem Planet Schwarzwald

Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden. Mark Twain

Interview mit Richard Werner, Consultant bei Trend Micro
Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Copyright Beate Obermann M.A., 2017, alle Rechte vorbehalten