TV & Kino 2014
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„Watch Me If You Can“ – „Schau mich an, wenn Du kannst“ – Motto und Programm des 37. FILMSCHOOLFEST MUNICH 2017

Die Jugend macht es möglich und geht mit 44 Filmen auf dem diesjährigen 37. FILMSCHOOLFEST MUNICH an den Start: Die Jung-Filmemacher präsentieren ihre Geschichten rund um Beziehungen, Beziehungskisten und Familie aus Australien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Kanada, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Singapur, Ungarn, den USA und Venezuela. Im Wettbewerb sind dieses Jahr 25 Spielfilme, 11 Dokumentarfilme, 7 Animationsfilme und 1 Experimentierfilm.

Watch Me If You Can“ „Sieh mich an, wenn Du kannst“, lädt ins Filmmuseum und in die HFF München. Die Eröffnung des 37. FILMSCHOOLFEST MUNICH am 19. November findet in der Hochschule für Fernsehen und Film München statt. Erwartet werden als Gäste rund 50 junge Filmemacher und Filmemacherinnen und Professorinnen und Professoren aus aller Welt. Das komplette Festivalprogramm ist ab dem 6.11.2017 online unter filmschoolfest-munich.de geschaltet. Ein ausführliches Programmheft liegt ab dem 8.11.2017 aus. Ab 13.11.2017 gibt es online Karten.

Die Jurorinnen sind in diesem Jahr Susanne Burg, Olga Domzala und Tice Oakfield. „Geschichten die erzählt werden müssen“, wie die Auswahljury sagt, sind auch Geschichten zur Aufarbeitung eigener Traumata, eigener Erlebnisse und Familiengeschichten zwischen Kindern und ihren Müttern und Vätern, Geschwistern und der manchmal fremden Gesellschaft. Reale und fiktive Geschichten über Flucht, Gewalt, Migration Angst, Wunden und Verletzungen, die vielleicht nicht ein Psychologe, doch ein künstlerischer Film aufarbeiten kann. Kunst erspart den Gang zum Psychologen oder der Familienaufstellung und kann ein Weg zur Befreiung sein? Die ganze Welt und wohl einzelne Individuen sind nach gängigem Schubladendenken auch verrückt? Was ist noch „normal“, „verrückt“, „konventionell“, „ehrlich“ oder auch „gewaltfrei“ und „harmonisch“? Die Kategorien und Schubladen werden auf den Kopf gestellt: Das zeigen diese Familien und Gesellschaftsdramen. Das Kinopublikum darf gespannt sein, ob die Filme inspirieren zum Nachdenken, zum friedlicheren Miteinander ohne Diskriminierung und Gewalt zwischen den Generationen, Geschlechtern Mächtigen und Ohnmächtigen, zwischen Autoritäten und solchen, die Rebellen sind und sich nicht anpassen an gängige Normen und Muster?

Das diesjährige Motto Ist von Herrn Barack Obama inspiriert: „Watch Me If You Can“. Dieser Wahlslogan könnte allerdings auch ironisch betrachtet werden: Mal sehen, ob Du es aushälst oder mal sehen, ob Du rein kommst? Komm doch ins Kino?

Man darf auf das erzählerische und technische Können der Jungfilmer gespannt sein. Die Inhalte spiegeln Drama und das eventuelle Unvermögen wieder, sich in den Familien und der Gesellschaft in einen echten Dialog zu begeben. Die Jugend hat die Familie und Beziehungen wieder entdeckt, den Kern dessen, was uns ein Leben lang begleitet oder einfach irgendwann abgeworfen wird, wie ein lästiges Anhängsel. Manchmal holt es uns dann wieder ein in der Partnerwahl oder beruflichen und familiären Kontexten, wenn dann manchmal nur im Kino?. Eines steht fest: Film sollte ein allgemein zugängliches Kulturgut sein für Menschen die Filme machen, solche die auswählen und solchen die Filme ansehen oder darüber berichten, wie Musik oder Bildende Kunst und jedem zugänglich. Kommunikation fängt damit an, dass man etwas kann oder darf, ohne Schubladendenken und Orientierung an der Gegenwart und Zukunft. Das hängt auch vom Geld und den Preisgeldern ab!

Die Geschichten auf dem diesjährigen Filmfestival der Jungend der Welt, sind private und jetzt öffentlich gemachte Dramen und vereinzelt Komödien, die den Zustand der Welt exemplarisch abbilden. Die Familienwelt ist nicht immer ganz so heil, die Dramen sind, so die Programmankündigung, der überwiegende Fokus der Geschichten. Happy End à la Hollywood ausgeschlossen? Die Aufarbeitung der Traumata dauert oft ein Leben lang und endet hoffentlich nicht im „Wühlen im vergangenen Schlamm“, sondern bietet Ausblicke in die Gegenwart und Zukunft, im Film, für das Münchner und Internationale Publikum. Familiengeschichten von nicht fürsorglichen Vätern, Vätern und Müttern und ihren Töchtern oder Söhnen, pubertierenden Jugendlichen, Geschwisterbeziehungen, Trauerfeiern sparen hier sogar die obligate Familienaufstellung und haben noch Unterhaltungswert.  In „The Origin“ of Trouble“ befragt Tessa Pope aus den Niederlanden ihren Vater, warum er so häufig abwesend ist, ein typischer „Schattenvater“. In „Between us“ geht es um das Scheitern eines jungen Paares, das ihr Kind zur Adoption freigeben will. In „Time to Go“, einem polnischen Spielfilm, geht es wieder um die oft problematischen Beziehungen zu nicht immer fürsorglichen Vätern. Das scheint ein international bekanntes Problem zu sein.

In „The Elusive“ müht sich eine Mutter mit dem pubertierenden Sohn ab. „Big Sister“ zeigt eine ältere Schwester, die ihrem jüngeren Bruder Respekt vor Frauen beibringen will. Was bei Frauen durchaus eine aggressive Komponente haben kann .In dem norwegischen Film "Dilapidated": Bei einer Trauerfeier brechen auf einmal alte Wunden auf. Dass es auch lustig geht und plötzliche Not Vater und Sohn zusammenschweißen kann, beweist die wunderbar schräge Komödie "About the Birds and the Bees" aus Finnland.

Doch das Drama überwiegt, wie auch in jenen Filmen, die uns von Beziehungen zwischen Paaren erzählen, so die Presseabteilung, seien sie nun am Ende wie in "You Usually Leave Me" und "Mr. Universe" oder gerade erst vor dem Anfang wie im ungarischen "Beautiful Figure". die universellen Geschichten handeln von Angst wie in "Waiting Time", Ausgrenzung ("Sog" oder auch "Greetings from Kropsdam"), Schuld ("Night Call""I made you, I kill you" ) und Gewalt ("Nala""Call of Cuteness" oder "Tomorrow, and Tomorow, and Tomorrow"), von Krankheit ("Yearning""Wolfe") und Tod ("212"). Die Grundleiden des Lebens von Geburt, Krankheit, Alter und Tod wie es auch ein Buddha beschreibt, sind Thema der Filme und beschreiben das Drama und die Irrungen und Wirrungen des Lebens auf der See des Leidens und der Erleuchtung? Wir sind aufgefordert, das Tagebuch unseres eigenen Lebens zu schreiben wie ein Charly Chaplin oder zumindest Tagebücher anzusehen, die uns anregen oder auch dazu veranlassen, mal rauszugehen oder sich zu begeistern. Halten wir es aus? Können wir es ansehen? Das wird das Kino ab 20. November 2017 zeigen.

 

Die Preise:

Eine Übersicht über alle Preise und Jurys findet man auf der Website des FILMSCHOOLFESTES MUNICH. Vergeben werden 70.000 Euro, der Schauspieler Götz Otto, der amerikanisch-israelischer Festivalmacher, Produzent und Regisseur Ariel Richter, die britische Dramaturgin Selina Ukwuoma und die Vorjahrespreisträgerin Anna Cazenave-Cambet aus Frankreich.

 

Das Rahmenprogramm: An vier Vormittag finden in der HFF München (Bernd-Eichinger-Platz 1) jeweils um 11 Uhr die FILMSCHOOL LECTURES in Zusammenarbeit mit der HFF statt. Der Eintritt zu diesen Rahmenveranstaltungen ist frei. Am 21.11. präsentiert sich die HFF München mit einem Rückblick auf die vergangenen 50 und einem Ausblick auf die kommenden Jahre. Am 22.11. diskutiert ein hochkarätig besetztes Panel über die Frage "Student Oscar - and what now?". Am 23.11. geben Prof. Martin Coldeway und seine Gäste Einblicke in die Arbeit der VFX. Und am 24.11. gibt es die Gelegenheit Jurypräsident Götz Otto und die Festivaljury näher kennenzulernen. Und wer sich besonders für die Arbeit von HFF-Studenten im Bereich Werbung interessiert, hat am 20.11. im Filmmuseum die Gelegenheit sich ein Commercial Special anzuschauen.

GABRIELE MÜNTER Bildnis Marianne von Werefkin, 1909 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Anne-Mary Deutsch, Künstlerin aus Freiburg lebt auf dem Planet Schwarzwald
Quelle: Tourismusverb. Wilder Kaiser
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