Kunst und Architektur in Zürich - Für Wochendtouren auch bei Regen

Als eine der führenden Kunsthandelsstädte der Welt finden sich in Zürich über 50 Museen und mehr als 100 Galerien. So überrascht es kaum, dass Zürich eine Bandbreite an kunstvollen Höhepunkten bietet: Vom Geburtsort der Kunstrichtung Dada über die größte Sammlung Schweizer Kulturgeschichte bis zum letzten Werk von Le Corbusier.

 

Dadaismus – Kunstbewegung aus Zürich

 

Seit Jahrhunderten ist Zürich immer wieder Ausgangspunkt, Zentrum und Durchgangsstation von avantgardistischen Schriftstellern und Künstlern. 1916 entstand im Cabaret Voltaire an der Spiegelgasse die Kunstrichtung Dada aus «Protest gegen den Wahnsinn der Zeit». Begründet wurde diese revolutionäre Bewegung von Emigranten, die als politische Flüchtlinge vor den unheimlichen Vorboten des heraufziehenden ersten Weltkriegs nach Zürich geflohen waren und hier ihre Ideen von einer innovativ aufgemischten Welt mit gewaltlosen künstlerischen Mitteln umzusetzen versuchten. Im Cabaret Voltaire trafen sich Maler, Musiker, Tänzer, Literaten und stellten die gesamte bestehende Kunst in Frage. Im Oktober 2004 hat mit der Wiedereröffnung des Cabarets Voltaire in der Zürcher Altstadt eine neue Dada-Ära begonnen. Das Dadahaus mit Ausstellungen, Veranstaltungen, Barbetrieb sowie einer kleinen Fach-Leihbibliothek ist heute öffentlich zugänglich; an diesem lebendigen Kulturort werden Brücken von Dada zu zeitgenössischen gesellschaftlichen und kulturellen Strömungen geschlagen. Für Dada-Begeisterte empfiehlt sich ein Aufenthalt im Hotel Limmatblick: hier sind alle Zimmer individuell im Dada-Stil eingerichtet.

 

Mehr Infos:

Dada-Haus Cabaret Voltaire

 

Einzigartige Galeriendichte

 

Zürich gehört in die Liga der führenden Kunsthandelsstädte der Welt – Fachleute zählen Zürich zu den zehn Top-Galerienstädten. Typisch für Zürich ist die Galeriendichte: um die Rämistrasse befinden sich Galerien wenige Gehminuten voneinander entfernt – im ehemaligen Löwenbräu-Areal sogar Tür an Tür. Im Quartier Aussersihl erlebt die Galerienszene einen Boom und auch die Zürcher Bahnhofstrasse wird immer kunstvoller. Dies auch dank den Ausstellungen der Galerien Pels-Leusden oder Gmurzynska, letztere mit Fokus auf russische Avantgarde, am Paradeplatz.

 

Die Galerie Mai 36 widmet sich Künstlern, die ihre Ursprünge in der Pop-, Minimal- und Konzeptkunst haben, darunter Franz Ackermann, John Baldessari oder Rita McBride. In der Galerie des Pioniers Bruno Bischofberger findet man Pop Art Werke, unter anderem von Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat. Als Star unter den jungen Galeristen auf dem Platz Zürich gilt Peter Kilchmann, der spannende avantgardistische Kunst bietet. Während Bob Van Orsouw aufstrebende Künstler berücksichtigt zeigen Hauser & Wirth Künstler der Spitzenklasse wie Pipilotti Rist und Paul McCarthy. Eva Presenhuber vertritt Namen wie Ugo Rondinone und Urs Fischer – internationale Shootingsstars und junge Schweizer Talente.


Mehr als 100 Galerien und die Niederlassungen der Auktionshäuser Christie’s und Sotheby’s gehören zum Gesamtangebot Zürichs. Weil die Galerien so günstig auf die Stadt verteilt liegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Nu erreichbar sind, kann der Kunstliebhabende bei einer Galerientour gleich mehrere Besuche einplanen.

 

Mehr Infos:

 

www.dzg.ch, Verein Züricher Galerien

www.artinzurich.ch

 

Über 50 Zürcher Museen

 

Zürich beherbergt über 50 Museen, davon widmen sich rund 14 der Kunst. Zu den Top-Tipps gehören das Kunsthaus Zürich, das Schweizerische Landesmuseum sowie das Museum Rietberg.

 

Kunsthaus Zürich

 

Das Kunsthaus Zürich beherbergt die bedeutendste Modernesammlung Zürichs und ist so-wohl für seine permanente Kunstsammlung als auch für die temporären Ausstellungen be-kannt. Neben bedeutenden Exponaten schweizerischer und internationaler Kunst beherbergt das Kunsthaus Zürich eine grosse Sammlung der Werke von Alberto Giacometti. Die perma-nente Kunstsammlung des Kunsthauses zeigt neben Malerei auch Skulpturen vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

 

Schweizerisches Landesmuseum

 

Wenige Schritte vom Hauptbahnhof entfernt beherbergt das Schweizerische Landesmuseum die umfangreichste Sammlung des Landes zur schweizerischen Kulturgeschichte. Das Ge-bäude aus dem 19. Jahrhundert erinnert an ein Schloss und repräsentiert eine Epoche, welche die verschiedensten Stilelemente in sich vereinigt. Während im märchenhaften Innenhof laufend Open-Air-Veranstaltungen verschiedenster Art stattfinden, wird hinter den über 100-jährigen Mauern die Vergangenheit lebendig. Denn im Innern kann man mehr als ein Jahr-hundert Schweizer Geschichte erleben. Die Fayence- und Porzellanausstellung des Schweizerischen Landesmuseums ist im Zunfthaus zur Meisen, Zürichs Rokokopalast, zu bewun-dern. Und mit der Dauerausstellung «Vernunft und Leidenschaft – Zürich 1750 bis1800» stellt das Landesmuseum im Museum Bärengasse den Menschen in den Mittelpunkt.

 

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten im bahnhofseitigen Museumsflügel des Schweizer Nationalmuseum, welches ursprünglich von Gustav Gull 1898 errichtet wurde, wurde im Sommer 2009 auf zwei Stockwerken die neue Dauerausstellung eröffnet. Das Obergeschoss ist einer umfassenden Ausstellung zur Geschichte der Schweiz gewidmet, im Erdgeschoss sind Schausammlungen zu sehen.

 

Museum Rietberg

 

Eine der bedeutendsten Sammlungen außereuropäischer Kunst in Europa ist im Museum Rietberg zu bewundern: Otto Wesendonck, Industrieller, Mäzen und Förderer Richard Wagners, hatte den Bau der Villa auf dem grünen Hügel einst in Auftrag gegeben. Nach drei-jähriger Bauphase hat das Museum Rietberg 2007 seine Tore wieder geöffnet: Der architektonisch spektakuläre «Smaragd», wie der neue Museumsbau genannt wird, besteht aus einem Glaspavillon. Dieser fügt sich perfekt in das bestehende Villen-Ensemble ein.

GABRIELE MÜNTER Bildnis Marianne von Werefkin, 1909 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
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Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden. Mark Twain

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