Geh und Spiel mit dem Riesen! Kritik und Emanzipation von Kindheit

Eine Ausstellung des Museums Villa Stuck

Kuratorin: Eva-Maria Stadler, Co-Kuratorin: Anne Marr

9. Oktober 2014 bis 11. Januar 2015

 

Welche Rechte dem Kind in einer Gesellschaft zugewiesen werden, ist eine Frage der jeweiligen sozialen Ordnung und der mit ihr einhergehenden Wertvorstellungen. Der französische Historiker Philipp Ariès spricht von der Entdeckung der Kindheit ab dem 17. Jahrhundert. Bis dahin gab es wohl Darstellungen von Kindheit, jedoch war der Begriff von Kindheit, mit dem der gesellschaftliche Stand beschrieben wird, noch nicht ausformuliert. Das ästhetische Empfinden, das dem Kind und seinem Bild gegenüber hervorgerufen wird, steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den kulturellen und religiösen Erzählungen die das soziale Gefüge determinieren. Was bedeutet es, sich in einer Ausstellung zeitgenössischer Kunst mit dem Begriff der Kindheit zu beschäftigen? Welche Geschichte gilt es zu erzählen und von welcher Position aus wird gesprochen?

 

Nicht die Nacherzählung einer vierhundertjährigen Geschichte steht im Mittelpunkt, vielmehr sind es Stimmen der Gegenwartskunst, die hier aufgerufen werden, sich in ihren Arbeiten mit der Projektion und sozialen Konstruktion von Kindheit auseinanderzusetzen. Geh und Spiel mit dem Riesen! ist ein Ausstellungsprojekt, das sich an Kinder und Erwachsene gleichermaßen richtet. Um die gesellschaftliche Kraft sozialer Formierungsprozesse wissend, geht es um die Emanzipation des Kindes, um seine selbstbewusste Stellung in der Gesellschaft. Nicht die Nacherzählung einer Jahrhunderte dauernden Geschichte steht im Mittelpunkt der Ausstellung, sondern internationale Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart setzen sich mit der Konstruktion und der Reflexion von Kindheit auseinander.

 

Geh und Spiel mit dem Riesen! ist eine Einladung an Kinder und Erwachsene, sich mit Fragen des Kindseins zu beschäftigen, Beziehungen einzugehen und Informationen auszutauschen. Nicht zuletzt auf Grund der digitalen Revolution sind Kinder längst zu ebenbürtigen Partnern von Erwachsenen geworden. Erwachsene sind eben nur ein bisschen größer, sagt Hans-Joachim Gelberg, der mit »Geh und Spiel mit dem Riesen« im Jahr 1971 sein berühmtes Jahrbuch der Kinderliteratur herausgegeben hat. In einem Display, das von der Künstlerin Mirjam Thomann entworfen wird, werden Arbeiten von internationalen Künstlerinnen zusammengeführt, die sich mit der Konstruktion und Reflexion von Kindheit auseinandersetzen. Bevor die Ausstellung in der Villa Stuck eröffnet wird, entwickeln die Künstlerinnen im Frühjahr 2014 mit Kindern unterschiedlicher Altersgruppen in speziellen Workshops Projekte, die in der Ausstellung zu sehen sein werden.

 

Fritz Gerlich
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