"Einen Steinbichler verpasst man nicht" (Edgar Selge)

Interview mit Edgar Selge über seine neue Rolle in „Hattinger und die kalte Hand“ im zdf. Edgar Selge ist ein Grimme Preisträger, bekannt aus vielen Rollen wie dem Polizeiruf 110 und ein Schauspieler, der sehr wandlungsfähig ist. In „Hattinger und die Kalte Hand“ spielt er einen Mörder. Die Regie führt Hans Steinbichler. Wie sieht Edgar Selge die Zusammenarbeit und seine Rolle?


Sie haben ja das erste Mal mit Hans Steinbichler zusammengearbeitet, wie war’s?


„Diese Zusammenarbeit war eine besonders glückliche Zeit. Alles passte zusammen: wunderbare Kollegen, ein überwältigend schöner Chiemsee in bayrischem Sommerwetter – und Hans Steinbichler, der uns mit dem Film sozusagen seine Heimat zeigte, seine Hausberge. Ich denke, ich habe in ihm einen Geistesverwandten getroffen, der mich in meine eigene Jugendzeit entführt hat. So befreit und gelöst habe ich mich selten meiner Phantasie anvertraut wie während dieser Dreharbeiten. Das lag an ihm, seiner komplexen Menschenkenntnis, seinem Humor und seiner scharfsinnigen Beobachtungsgabe, seinem Respekt und seiner Freundschaftsfähigkeit.“

 

Was hat Sie an der Rolle gereizt?


„An Albrecht Ostermeier hat mich interessiert, dass er eine Art Michael Kohlhaas im Endstadium ist. Das Leid, das er in seinem Leben erfahren hat, empfindet er so tief, es hat sich über so viele Jahre angestaut, dass seine Zerstörungswut und -bereitschaft unendlich ist. Die Anarchie hat den ehemaligen Kleinbürger fest im Griff. Da ihm sein eigenes Leben nichts mehr bedeutet, gibt er sich sturzartig all seinen Stimmungen hin, ein Mensch in seinem Urzustand.“

 

In diesem Krimi wird der Täter offen geführt. Hat das Einfluss darauf, wie sie die Figur anlegen?


„Ja. Ich kann zeigen, dass es zwei sehr unterschiedliche Dinge sind: einen Mord zu planen oder einen Mord auszuführen. Das Letztere bleibt eine Erfahrung, die man sich nicht vorher vorstellen kann.“

 

Wie erklären Sie sich, dass ein so seriös und ruhig erscheinender Mann wie diese Figur einen derartigen Rachefeldzug planen kann?


„Wenn man von außen auf diesen Menschen schaut, könnte man das vermuten. Im Film ist ihm das nicht bewusst, und für den Darsteller bringt dieser Aspekt wenig.“


Was würden Sie einem Zuschauer raten, warum er den Hattinger und die kalte Hand ansehen soll?


„Einen Steinbichler verpasst man nicht.“

 

Fritz Gerlich
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