Hannes Jaenicke am 31. Juli 2014 im Zdf im Einsatz für Elefanten

Elefanten sind faszinierend. Sie sind majestätisch und gleichzeitig sanftmütig. In mancher Hinsicht sind sie uns Menschen sehr ähnlich: In ihrer Lebenserwartung und ihrem Entwicklungstempo, ihren engen Familienbanden, ihrem sprichwörtlich guten Gedächtnis, ihrer freudigen Reaktion bei Geburten und ihrer Trauer bei Todesfällen. Elefanten sind sensible und hochintelligente Wesen. Doch schon bald könnten sie verschwunden sein. Denn der Mensch ist dabei, sie auszurotten.

Es tobt ein blutiger Krieg um Elfenbein, der jährlich 40.000 Elefanten das Leben kostet. Wenn diese massive Wilderei nicht gestoppt wird, wird es in weniger als zehn Jahren keine Elefanten mehr auf dem afrikanischen Kontinent geben.

 

Schauspieler Hannes Jaenicke - bekannt für sein weltweites Engagement im Tier- und Naturschutz - macht sich auf die Reise nach Kenia mit vielen Fragen im Gepäck: Wie konnte es soweit kommen? Warum hat die Wilderei ein so beispielloses Ausmaß erreicht? Und - was können wir dagegen tun?
 

 

 

Frage: Herr Jaenicke, wie sind Sie auf das Thema mit den Elefanten gekommen?

 

Hannes Jaenicke: „Das war ein Vorschlag der ZDF-Redaktion. Ursprünglich war als nächstes ein Film über Meeressäuger geplant. Aber da etwa 25 Prozent aller Wirbeltiere heute vom Aussterben bedroht sind, war es uns egal, in welcher Reihenfolge wir die Serie fortsetzen. Elefanten sind Tiere, die fast jeder mag und ein sehr gutes Beispiel, um auf das Artensterben aufmerksam zu machen. Eine bedrohte Spinne oder Kröte aus dem Urwald ist für viele Zuschauer nicht so interessant. Also haben wir den Vorschlag des Zdf dankbar aufgenommen.

 

Frage: Wie ist in Ihnen der Wunsch entstanden, sich für den Natur- und Tierschutz

 

einzusetzen?

 

Hannes Jaenicke: „Mein Vater war alles andere als grün (lacht). Es fing wohl mit dem sonntäglichen Zoobesuch mit dem Großvater an. Es war für mich das Größte, mit meinem Opa in den Frankfurter Zoo zu gehen. Allerdings sehe ich das heute anders. Es ist eine Quälerei für Elefanten in viel zu kleinen Gehegen zu stehen, oder noch schlimmer im Zirkus auftreten müssen. Wenn man dann sieht, wie viele Kilometer Elefanten in freier Wildbahn täglich wandern und welches phänomenale Sozialverhalten diese Tiere an den Tag legen, muss man der Zoo- und Zirkushaltung extrem kritisch gegenüberstehen. Warum darf beispielsweise ein Zirkus Krone immer noch mit Fußfesseln und „Bullhooks“ die Elefanten dressieren? Dabei werden die Elefanten mit  Eisenhaken an Ohren, Rüssel und Genitalien abgerichtet. Das ist eine brutale Quälerei für die Tiere. Wieso gibt es im Nürnberger Zoo eine Delphin - Show? Wir brauchen ein Gesetz gegen Wildtiere im Zirkus, in Österreich ist das längst verboten. Wilde Tiere zu kommerzialisieren, ist abartige Tierquälerei.“

 

Wie können Sie Ihren Beruf als Schauspieler und Ihr Engagement für den Tierschutz in Einklang bringen?

 

Hannes Jaenicke: „Schauspieler zu sein, ist mein Beruf und der macht mir immer noch einen Heidenspaß. Aber ich bin auch ein großer Fan von Dokus, da können wir international wirklich mithalten, deutsche Dokumentarfilme sind sensationell gut, in diesem Jahr beispielsweise „Meister des Universums“. Die Dokumentation über Elefanten in Kenia kann sich ebenfalls international sehen lassen kann. Und mein Engagement für Umweltschutz lässt sich gut mit meinem Beruf als Schauspieler vereinbaren.“

 

„Was wird international getan, um die Jagd nach Elefanten und Elfenbein von Elefanten einzudämmen?

 

Hannes Jaenicke: „Präsident Obama hat das in den USA konfiszierte Elfenbein in einer öffentlichen Aktion vernichten lassen, die Franzosen und sogar die Chinesen haben das ebenfalls getan. Es gibt in China ja sogar Essstäbchen oder I-Phone Hüllen aus Elfenbein! Das ist absurd. Islamistische Terrorgruppen wie die  AL-SHABAB-MILIZEN aus Somalia finanzieren sich  über das Elfenbein, das enorme Preise erzielt. Die einzige langfristige Lösung ist es, in den Käuferländern wie China Aufklärungsarbeit zu leisten und in die liefernden Ländern wie Kenia die Armut der Menschen zu bekämpfen und deren Bildung zu finanzieren.. Viele Menschen in Afrika sind Analphabeten. Bildung ist in Afrika überlebensnotwendig.“

 

Wie sprechen Sie mit Bekannten über solche Themen wie den Umweltschutz?

 

Hannes Jaenicke: „Einer meiner Freunde hat sich gerade ein „dickes“ Auto gekauft, jetzt machen wir uns gut gelaunt darüber lustig. Solange man das mit Humor betreibt, ist das ok. Wofür braucht man Geländewagen in der Stadt? Über  Pelz-Trägerinnen kann man auch gut Witze machen. Giorgo Armani hat mal sinngemäß gesagt „eine Frau mit Stil legt sich kein Blutbad über die Schultern“. Meine bessere Hälfte isst auch Fleisch und nicht vegetarisch wie ich. Bei den Dreharbeiten zu einem neuen ARD-Film hatte ich wie immer meine eigene Tasse dabei, ich mag beim Catering die Unzähligen Plastikbecher nicht. Am nächsten Tag kam dann eine Kollegin auch mit ihrer eigenen Tasse mit Beschriftung zum Set. Und diesmal waren 6 Veganer im Team. Da bewegt sich also was.“

 

Sie haben viele Naturschutz-Auszeichnungen erhalten wie den „Steiger Award“, den „Naturlife Umweltpreis“, eine „Diva“ und eine „kulinarische“ Nominierung bei der Berlinale.

 

Hannes Jaenicke: „Tatsächlich nennt Festivalchef Dieter Kosslick diese Kategorie mit Umweltthemen so. Bekannte Filme wie „Food Inc.“ über das unglaubliche Geschäft mit genmanipulierten Lebensmitteln liefen dort oder „We feed the world“ über die Massenproduktion von Nahrungsmitteln. Eine tolle Idee, mit einer eigenen Umwelt-Kategorie solchen Themen auf einem der größten Filmfestivals der Welt ein Forum zu geben. Kosslick ist sehr umweltengagiert und konsequent: Auf der Berlinale 2014 wurde nur vegane Kost gereicht.

 

Was können Sie nach der Dokumentation über die Elefanten gegen die Elefantenjagd tun?

 

Hannes Jaenicke:„ Ich unterstütze die im Film vorgestellten Organisationen „David Sheldrick Wildlife Trust“, „Save the Elephants“, die deutsche AGA (Aktionsgemeinschaft Artenschutz) aus Stuttgart  und die indischstämmige Tieraktivistin Raabia Hawa in Nairobi. Sie zieht mit ehemaligen Wilderen los, um die Elefanten von den aktiven Jägern zu schützen. Ihre Organisation heißt „Walk with Rangers“. Sie alle brauchen Spendengelder und ich unterstütze jede Initiative gegen wilde Tiere im Zirkus.

 

Vielen Dank für das Interview

GABRIELE MÜNTER Bildnis Marianne von Werefkin, 1909 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
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