IDC-Studie: Big Data in Deutschland 2012 – Unternehmen stecken noch in den Kinderschuhen, wenn sie Daten verwalten und nutzen möchten

Die wachsenden Datenmengen werden für Unternehmen zu einem ernsthaften Problem. Vorhandene Lösungen und Systeme gelangen an ihre Grenzen. Fachbereiche und IT-Abteilungen nutzen daher technologische und organisatorische Ansätze, von denen sie sich zugleich bessere Geschäfte erhoffen. Viele Organisationen befinden sich heute noch im Anfangsstadium. Dies ist das Fazit der IDC-Studie „Big Business dank Big Data? Neue Wege des Datenhandlings und der Datenanalyse in Deutschland 2012“.



Ziel der von IDC im September 2012 durchgeführten Befragung unter 254 deutschen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern war es, die aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätze für das neue IT-Paradigma „Big Data“ zu untersuchen. Der Schwerpunkt lag dabei insbesondere auf Szenarien zur Verbesserung von Datenmanagement und Datenanalyse aus Sicht der Entscheider und IT-Entscheider. In die Befragung wurden nur die Unternehmen einbezogen, die sich mit Datenaspekten intensiv auseinandersetzen und Big Data adressieren.



Der Datenberg wächst kontinuierlich



Deutsche Unternehmen stellen ein stetiges Wachstum ihrer Datenbestände fest. Wie die Befragungsergebnisse zeigen, erwarten mehr als drei Viertel der Verantwortlichen in den nächsten zwei Jahren einen jährlichen Datenzuwachs von bis zu 25 Prozent. Immerhin 13 Prozent rechnen damit, dass ihr Datenberg im selben Zeitraum um 25 bis 50 Prozent wächst. Der Datenstrom speist sich aus einer Vielzahl von Quellen. Das stärkste Wachstum messen die IT- und Businessverantwortlichen den mobilen Anwendungen (40 Prozent der Nennungen), Daten aus IT- und TK-Systemen (39 Prozent), Daten aus Anwendungen in der Cloud (36 Prozent) und unstrukturierten Daten (34 Prozent) zu. Die Befragten haben also deutlich erkannt, dass akuter Handlungsbedarf besteht.



Was ist Big Data?



Big Data umfasst große Datenmengen, unterschiedliche Datenformate und Datenquellen, die mit herkömmlichen Methoden und Vorgehensweisen (Datenarchitektur, Datenorganisation, Datenmanagement, Datenanalyse und Datenpräsentation) nur unzulänglich bearbeitet werden können. Ziel ist es, mit speziellen Tools und Konzepten, wirtschaftlichen Nutzen aus den Daten zu ziehen.



Basisarbeit vielfach noch nicht gemacht



Die IT-Organisationen sind durch operative Aufgaben ausgelastet, so dass kaum Zeit für Innovation bleibt. Die größten Herausforderungen sind Schutz der Informationen (46 Prozent), die effiziente Speicherung der (43 Prozent) und die Kostenfrage zur Beherrschung der Daten (39 Prozent). Grundlegende Aufgaben bestehen also fort und können keineswegs als gelöst betrachtet werden. Hinzu kommen aus IT-Sicht weitere Fragen nach der Bewältigung der Datenmenge insgesamt, dem Handling des hohen Datenverkehrs und der Datenverwaltung. Die genannten Punkte spiegeln somit die Breite und den Umfang einer Herausforderung wieder, die letztendlich und wenn auch in unterschiedlicher Intensität das gesamte Unternehmen betrifft.


Die Befragungsergebnisse legen den Schluss nahe, dass IT-Organisationen und Fachbereiche zwar um das Datendilemma wissen, aber auf dessen Breite und Intensität oftmals lediglich mit punktuellen Lösungsansätzen reagieren. Das ist durchaus nachvollziehbar.


„Die in den Firmen installierten Lösungen und die genutzen Konzepte stoßen zunehmend an ihre Grenzen, um die Daten ausreichend zu erschließen. Hier sind strategische Ansätze gefragt, ansonsten ist ein Scheitern vorprogrammiert. Wir erwarten, dass viele Organisationen hybride Szenarien aus vorhandener und neuer Technologie entwicklen, um sich der Herausforderung Big Data zu nähern. Die ersten Ansätze sind bereits sichtbar“, stellt Matthias Zacher, Senior Consultant bei IDC in Frankfurt fest.


Technologische Vielfalt überraschend breit. Gleichwohl erproben und nutzen die befragten IT-Entscheider zahlreiche der mit Big Data in Verbindung gebrachten Technologien. Am häufigsten kommen heute In-Memory-Datenbanken, High Perfomance Computing und Enterprise Content Management zum Einsatz. Zu den weiteren von den Befragten genannten technologischen Ansätzen zählen Spalten-orientierte Datenbanken, Software Caching, verteilte Architekturen, Dokumenten-orientierte Datenbanken, paralleles Processing und weitere Lösungen. Dies zeigt deutlich die Dimensionen von Big Data, die sich über die Infrastruktur, das Datenmanagement und Analysetools bis hin zur Präsentationsebene erstreckt. Technologie bedeutet in diesem Zusammenhang Hardware und Software sowie die damit verbundenen Services.


Datenorganisation ist essentiell.Wie die Befragung zeigt, sehen die Unternehmen aber zahlreiche Hürden bei der Nutzung von Big Data-Technologie gegenüber: 34 Prozent der Befragten bemängeln eine unzureichende Skalierbarkeit der vorhandenen IT-Infrastruktur, 33 Prozent sehen Performanceprobleme der Netze. Weitere 29 Prozent sind der Ansicht, dass Big Data-Technologie noch nicht vollständig verstanden worden ist. Zudem haben die Unternehmen erkannt, dass Datenkonsolisierung eine permanente Aufgabe ist und dass sie die Speicherung und den Zugriff auf strukturierte und unstrukturierte Daten verbessern müssen. Organisationen, die hier im Status Quo verharren, werden sich schwer tun, ihr Datenhandling von der Datenerzeugung bis zur Umsetzung in einen geschäftlichen Mehrwert sicher zu beherrschen.

 

 

Big Data verspricht viel Potenzial.Die befragten Organisationen versprechen sich aus der Nutzung von Big Data-Technologien an erster Stelle eine Kostenoptimierung (45 Prozent). Das bedeutet nichts anderes, dass die datenrelevanten Prozesse kostengünstiger werden müssen. Das weitere Potenzial ist klar auf einen Businessnutzen ausgerichtet; zum einen schnellere Informationsgewinnung (42 Prozent) sowie ein besseres Informationsmanagement (36 Prozent), eine bessere Steuerung des Unternehmens (33 Prozent) und die Verfügbarkeit von detailierteren Informationen als bisher (33 Prozent). Dies bestätigen auch die weiteren Aspekte, denn die Daten sollen ein effizienteres Geschäft ermöglichen und neue Geschäftspotenziale erschließen helfen. Das ist an sich nicht neu. Aber das Mehr an Daten und neue beziehungsweise massenkompatible Technologien bieten neue Chancen.





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