Frauen & Biographien
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Jeanne d’Arc und Sophie Scholl: Kämpferinnen für ihre Länder Frankreich und Deutschland

Viele Jahrhunderte trennen Jeanne d’Arc und Sophie Scholl. Beide bezahlten ihren Mut mit dem gewaltsamen Tod durch die Staatsgewalt. Jeanne d’Arc ist nicht umsonst noch heute die Nationalheilige der Franzosen, weil sie mit ihrem Entschluss und ihrem Tod Frankreich von den verhassten Engländern befreite. Sie gilt noch heute als die Heldin, die auf dem Höhepunkt des „Hundertjährigen Krieges“ zur Retterin Frankreichs wurde.

 

Frankreich war im Nordwesten von den Engländern besetzt worden. 1425 herrschten Burgunder und Engländer in Paris gemeinsam. Karl wurde 1429 in der Kathedrale zu Reims zum König gekrönt. Jeanne war aber für das Volk die Heldin des Tages. Später fiel ihr Karl nach heutigen Maßstäben in den Rücken. Er unternahm nichts, um Jeanne zu retten. Ihr Schicksal hat Jeanne als Aufgabe begriffen, sie musste ihrem göttlichen Ruf folgen, die sie leiteten. In den Religionen galten für die Frauen zur damaligen strengere Regeln als für die Männer. Vielleicht könnte die Religion sogar als Wurzel dessen begriffen werden, was zur gesellschaftlichen Normierung der Frauenrolle als nicht gleichberechtigt und sogar zweitrangig über Jahrhunderte beitrug.

 

Eine Frau wie Jeanne d’Arc in einer Führungsposition oder gar in einem Kampf war völlig ausgeschlossen. In einer religiös beeinflussten mittelalterlichen Gesellschaft war dann das Ende von Jeanne ein Auswuchs des Aberglaubens einer Gesellschaft, die sich noch fernab von einer aufgeklärten Haltung befand. Jeanne d’Arc fiel einer Intrige zum Opfer und ihren Feinden in die Hände. Sie wurde als Hexe diffamiert. Jeanne d’Arc starb in Rouen auf dem Scheiterhaufen und wurde später wieder rehabilitiert. 1456 hob Karl der II. ihre Verurteilung wieder auf, leider zu spät.

 

Inwieweit die Religion die Frauenrolle prägt, ist in der westlichen Gesellschaft nicht ganz augenfällig, in anderen Kulturen aber immer noch fest gefügter moralischer Kodex wie etwa in Indien oder in vielen islamischen Kulturen. Selbst dort ändert sich das Bild der Frau.

 

 

Sophie Scholl: die bekannteste Widerstandskämpferin im Dritten Reich

 

Auch Sophie Scholl bestach in ihren Zwanzigern mit einem exzeptionellen Mut, der nicht einmal vor den totalitären Nazis gebrochen werden konnte. In der Folge wird auch die Kindheit von Sophie Scholl beleuchtet: Sie wuchs in einem Elternhaus auf, in dem ihr als Mädchen die gleichen Rechte eingeräumt wurden wie ihrem Bruder. Sie fuhr mit dem Auto und gab sich mit einem Freund als Ehepaar aus, um im gleichen Zimmer übernachten zu können. Anfangs war Sophie Scholl für das Regime begeistert. Sie änderte ihre Meinung, als ihr Bruder als Medizinstudent von und der Freundeskreis von Gräueltaten hinter der Front erfuhren. Ab 1942 war sie aktiv am Widerstand beteiligt, verteilte in verschiedenen Städten Flugblätter. Als sie verhaftet wurde, bleib sie bei ihrem ursprünglichen Entschluss, für ihre Überzeugung notfalls auch zu sterben. Sie blieb ihren Überzeugungen treu und musste dafür, wie Jeanne d’Arc m Mittelalter sterben. Die Nazis haben wie in den Jahrhunderten zuvor die Fratze der Macht gezeigt.

 

Auch wenn beide Frauen, Jeanne d’Arc und Sophie Scholl ihr Leben gewaltsam beendeten, waren sie doch Gewinnerinnen, die über die Zeiten hinweg zu Recht als Rollenmodell für Mut, innere Unabhängigkeit und Entschlusskraft gelten.

GABRIELE MÜNTER Bildnis Marianne von Werefkin, 1909 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Anne-Mary Deutsch, Künstlerin aus Freiburg lebt auf dem Planet Schwarzwald

Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden. Mark Twain

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