Sensationelle Ausstellung zu PAUL KLEE. Konstruktion des Geheimnisses 

Pinakothe der Moderne Eröffnung 28. FEBRUAR 2018, 19.00, Ausstellungsdauer 01. MÄRZ 2018 bis 
10. JUNI 2018

Erstmals widmet die Pinakothek der Moderne dem Werk Paul Klees mit „Konstruktion des Geheimnisses“ eine große Sonderausstellung. Paul Klee hätte sich gefreut, wenn er diese Ausstellung zu seinem umfangreichen künstlerischen Werk selbst gesehen hätte.

 

Paul Klee (1879–1940) ist einer der bedeutendsten und wandlungsfähigsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Seine Gemälde und Papierarbeiten bestechen durch Erfindungsreichtum, subtilen Humor, virtuose Farbgebung und Experimentierfreude. Der umfangreiche Münchner Bestand, zu dem Meisterwerke wie „Der Vollmond“ (1919), „Wachstum der Nachtpflanzen“ (1922), „Abenteurer-Schiff“ (1927) und „Das Licht und Etliches“ (1931) gehören, wird zusammen mit rund 130 hochkarätigen Leihgaben aus bedeutenden öffentlichen und privaten Klee- Sammlungen in Europa, den Vereinigten Staaten und Japan präsentiert.

 

Die Ausstellung zeigt Klee als „denkenden Künstler“, der in seinen Bildern systematisch die Grenzen des Rationalen auslotet und hin zum Geheimnisvollen und Rätselhaften überschreitet.

 

Im Zentrum der Ausstellung stehen die 1920er-Jahre, in denen Klee einer der prägenden Meister am Staatlichen Bauhaus ist. „Konstruktion des Geheimnisses“ zeichnet nach, wie Klee sich in Weimar und Dessau produktiv mit den neuen Herausforderungen einer technisierten, rationalisierten Welt und deren Auswirkungen auf das künstlerische Schaffen auseinandersetzt. Die Besucherinnen und Besucher erwartet eine besondere, an die Architektur des Dessauer Meisterhauses angelehnte Ausstellungsszenographie, die selbst an die kubischen Formen des Künstlers erinnern.

 

Dabei wirft die Ausstellung einen neuen, von den Konflikten der 1920er-Jahre gelenkten Blick auf Klees abstraktes Werk der Bauhauszeit: Statt der von den Direktoren Walter Gropius und Hannes Meyer geforderten engen Verbindung zwischen Kunst und Technik betont Klee die Bedeutung von Spiel, Intuition und Genie, und fordert in einem Text mit dem Titel „exakte versuche im bereich der kunst“ sogar zur „konstruktion des geheimnisses“ auf. Die Ausstellung führt vor Augen, wie Klee sich in seinem eigenen Werk dieser paradoxen Verknüpfung von Verstand und Mysterium widmet.

 

Auch am Bauhaus greift Klee dazu immer wieder auf Motive wie Berge, Gestirne, Leitern und Architekturelemente oder Konzepte wie den Aufstieg und das Schweben zurück. Ausgehend von Klees Selbstbildnissen verfolgt die Ausstellung diese Leitmotive und -ideen durch das gesamte Œuvre hinweg. Die stetigen Variationen und Entwicklungen von Klees Bildwelt zeigen die formale Konsequenz und Kontinuität seines künstlerischen Schaffens auf.

 

Neben Leihgaben aus international renommierten Sammlungen wie dem Museum of Modern Art, New York, dem Centre Pompidou, Paris, dem National Museum of Modern Art, Tokyo, dem Norton Simon Museum, Pasadena (Kalifornien), dem Zentrum Paul Klee und der Klee-Nachlassverwaltung, Bern, dem Kunstmuseum Basel, dem Museum Berggruen, Berlin, sowie der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, werden auch teilweise seit Jahrzehnten nicht mehr in Deutschland gezeigte Werke Klees zu sehen sein.

 

In Klees Bildern spiegelt sich der Konflikt zwischen Neoromantik und Rationalismus der 1920er-Jahre. Klees Suche nach einer Position der Balance ist heute aktueller denn je.

 

Kurator: Dr. Oliver Kase

 

Katalog

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein umfangreich bebilderter Katalog, der in einer deutschen und einer englischen Ausgabe erhältlich ist. Darin werfen Essays von Régine Bonnefoit, Christine Hopfengart, Wolfgang Kersten, Oliver Kase, Cathrin Klingsöhr-Leroy, Christoph Wagner, Stephen Watson und Gregor Wedekind einen neuen Blick auf Klees Schaffen.

 

Hirmer Verlag, ca. 39,90 €, ca. 440 Seiten und 350 Abbildungen in Farbe, hrsg. von Oliver Kase für die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

 

 

Kunstvermittlung

Neue Wege der digitalen Kunstvermittlung geht die App #ConstructKlee: sie ermöglicht, mit dem Smartphone über diverse „Klee-Filter“ und den Zugriff auf die Kamera den künstlerischen Prozess von Paul Klee nachzuerleben und eine eigene Bildwelt zu erschaffen. Über den Hashtag #ConstructKlee werden die gespeicherten Bilder mit einem Klick in den Sozialen Netzwerken geteilt.

 

Ein Audioguide führt in einem Rundgang von 40 ausgewählten Werken durch die Ausstellung und erlaubt mit Originaltönen und Hintergrundinformationen der Ausstellungsmacher Blicke hinter die Kulissen (erhältlich am Informationstresen in der Rotunde der Pinakothek der Moderne, 4,50 €).

 

Kinder begeben sich mit der sogenannten „Zauberreise“ auf die Spuren von Paul Klee – einem liebevoll und aufwendig gestalteten Heft, das kostenlos erhältlich ist.

 

Kooperationssymposium

„Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses“ findet in Kooperation mit dem Franz Marc Museum, Kochel am See statt. Dort werden parallel „Paul Klee. Landschaften“ (25.02.–10.06.2018) ausgestellt. Im Dialog der beiden Ausstellungen wird die Spannweite von Klees Werk zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen „Bildarchitektur“ und Landschaft greifbar: Während in München Klees Zeit als Bauhaus-Meister in den 1920er-Jahren und die urbanen Herausforderungen der Moderne im Mittelpunkt stehen, führen den Besucher in Kochel Klees Landschaften und Naturdarstellungen auf imaginäre Reisen.

 

Im Rahmen der Kooperation veranstalten die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne und das Franz Marc Museum am 19. und 20. April 2018 ein zweitägiges internationales Symposium in München und Kochel am See. Führende Klee-Experten, Kuratoren und Kunsthändler werden Aspekte von Stadt und Land thematisieren und die internationale Popularität von Klees Œuvre bei Publikum und Sammlern – von Europa über die USA bis nach Asien – diskutieren. Einen Höhepunkt des Programms bildet das Gespräch von Mayen Beckmann und Alexander Klee, die einen persönlichen Blick auf das Schaffen ihrer Großväter Max Beckmann und Paul Klee werfen werden.

 

Zusätzlich finden unter Paul Klees Motto „Eine kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis“ an drei Sonntagen während der Ausstellungsdauer Tagesausflüge zwischen München und Kochel am See statt.

 

Begleitprogramm

Neben einem umfassenden Führungsangebot und Filmmatineen stehen in München ein Kochevent mit einem Fernsehkoch,ein Besuch der Bayerischen Volkssternwarte München mit Apéround ein Konzert in der Hochschule für Musik und Theater auf dem Programm.

 

Im Zusammenhang mit der Ausstellung „Paul Klee. Musik und Theater in Leben und Werk“ (23.02.-12.05.2018) werden in der Galerie Thomas Konzerte, Lesungen und ein Puppentheater das Begleitprogramm zu „Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses“ ergänzen.

 

Weitere Informationen zum Programm: www.pinakothek.de/klee

GABRIELE MÜNTER Bildnis Marianne von Werefkin, 1909 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Anne-Mary Deutsch, Künstlerin aus Freiburg lebt auf dem Planet Schwarzwald
Quelle: Tourismusverb. Wilder Kaiser
Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Copyright Beate Obermann M.A., 2017, alle Rechte vorbehalten